FAQ
- Frequently asked Questions | Häufige Fragen
|
|
|
|

|
|
| Kann
ich diese Tour bewältigen?
Die Wanderung München-Venedig stellt etappenweise durchaus
beachtliche Anforderungen an die körperliche Verfassung und
Leistungsfähigkeit. Manche Teilstrecken führen durch
anspruchsvolles alpines Gelände und verlangen einiges an
Zähigkeit und Ausdauer. Bis zu 1500 Höhenmeter auf-
und wieder abzusteigen und sieben bis acht Stunden täglich
zu laufen, und das einen Monat lang, ist keine Leichtigkeit!
Nicht
wenige Wanderer
kommen schon in den ersten Tagen an ihre physischen Grenzen, nicht
zuletzt auch deshalb, weil oft behauptet wird: Die Kondition kommt
während der Tour ganz von selbst. Darauf sollte man sich
aber nicht verlasssen. Das mag vielleicht bis zum Ende der Tour
zutreffen, aber gerade in den ersten 10-14 Tagen sind Viele überfordert.
Sie schinden und quälen sich und verlieren bald den Spaß
an dem Unternehmen. Sie rutschen mit leichten Turnschuhen umher,
stolpern ausgelaugt und ohne Kraft in den Beinen über schroffe
Felsen oder kämpfen mit ernsthaften Herz-Keislaufproblemen.
Schon nach dem Überschreiten der Benediktenwand gibt es zahlreiche
Wanderer, die die Tour schockiert abbrechen müssen - völlig
überrascht, wie anspruchsvoll die Wanderung schon im verhältnismäßig
sanften Alpenvorland ist.
Wir haben in einem Wanderführer gelesen, dass jeder körperlich
gesunde Mensch, egal ob Kind oder Senior, die Weitwanderung München-Venedig
problemlos bewältigen kann. Wir sind definitiv nicht dieser
Meinung! Alpine Fernwanderungen sind keine sanften Wege. Wer die
Alpen überquert, muss sein Können richtig einschätzen
und wissen, was ihn erwartet. Wegen Fehleinschätzungen sterben
jedes Jahr Menschen im leichten und mittelschweren Gebirge.
Wir
wollen Dich mit diesen Worten, gleich zu Beginn der FAQ, keineswegs
verunsichern. Viel mehr aber anregen, die Tour mit dem passenden
Respekt anzugehen! Entsprechend vorbereitet ist die Wanderung
ein grenzenloses Erlebnis, von dem Du jahrelang, vielleicht ein
Leben lang zehren kannst.
Letztlich gilt: Wenn Du gut trainiert und sportlich bist und darüber
hinaus auf alpine Erfahrungen zurückgreifen kannst, wirst
Du die München-Venedig Tour in 29-30 Tagen (eventuell auch
weniger) bewältigen.
Wenn
Du schlecht trainiert oder untrainiert bist bzw. keine oder nur
wenig alpine Erfahrung hast, kannst Du das nicht! In diesem Fall
solltest Du im Vorfeld ausreichend trainieren bzw. die Wanderung
auf einige Zusatz-Etappen ausdehnen. Wenn Du zuvor ein paar Bergtouren
mit einem Bergführer absolvieren kannst, um Erfahrung zu
sammeln, wäre das hilfreich.
|
|
|
|
Wie
viel kann ich tragen?
Für eine Fernwanderung
stellt sich eher folgende Frage: Wie viel kann ich komfortabel tragen?
In der Regel sollte das Rucksackgewicht für die Alpenüberquerung
12 % Deines Körpergewichts nicht überschreiten. Das sind
durchschnittlich ca. 10 kg bei einem Mann und 8 kg bei einer Frau.
Wenn Du nicht mehr trägst, wirst Du den Rucksack auf Deiner
Wanderung kaum merken und er wird Dich nicht weiter stören.
Um den größtmöglichen Erlebniswert auszuschöpfen,
solltest Du dieses Ziel ansteuern.
Achte darauf, einen guten Rucksack
zu verwenden und überlege Dir, wie Du diesen packst. Hier
findest Du Informationen zur Rucksackwahl und zum richtigen Packen.
Wenn Du jedoch gerne im
Freien übernachtest, ambitioniert fotografierst und viel
Equipment brauchst, oder aber sehr komfortverwöhnt bist und
Dich einfach nicht von manchen Dingen trennen kannst, wird Dein
Rucksack deutlich schwerer werden. Je nach Deiner körperlichen
Verfassung kannst Du Dir natürlich auch mehr Gewicht aufbürden.
15 % des Körpergewichts wird auf Dauer meist als erträglich
empfunden. Die Obergrenze von 20 % Deines Eigengewichtes solltest
Du aber nicht überschreiten, sonst wird die Tour zur Schlepperei.
An der Faustregel des Militärs,
dass ein Rucksack bis zu einem 1/3 des Körpergewichtes wiegen
darf, musst Du Dich nicht zwingend orientieren. ;-) Diesen Extremwert
können nur perfekt durchtrainierte, außergewöhnlich
ehrgeizige Menschen auf Dauer ertragen. |
|
|
|
| Brauche
ich Kartenmaterial?
Ja!
Für
jene Etappen
der Wanderung, die durch alpines Gelände führen, sind
detaillierte Karten notwendig. Um nicht zu viel Gewicht mitzuschleppen,
empfehlen wir, aus den nötigen Karten großzügig
den wichtigen Bereich der Route auszuschneiden. Neben der Hauptroute
sollte immer genügend Substanz bleiben, um einen Abstieg
ins Tal zu finden. Markante Gipfel, die bei der Orientierung hilfreich
sein können, sollten sichtbar bleiben. Welche Karten wir
vorschlagen, findest Du auf unserer Ausrüstungsseite
Die
Abbildungen der Wanderkarten in den Wanderführern sind für
die Gebirgsetappen nicht genau genug. Ein beliebter Wanderführer
beschreibt, dass seine Abbildungen ausreichend sind und keine
zusätzlichen Karten benötigt werden. Diese Darstellung
empfinden wir als relativ kritisch. Die kleinen Kartenaussschnitte
sind zu begrenzt, um bei unvorhergesehenen Ereignissen, Wetterstürzen,
Verletzungen, usw. alternative Routen, bzw. Abstiegsrouten ausfindig
zu machen.
Für
die alpinen Etappen im bayerischen bzw. österreichischen
Teil empfehlen wir Alpenvereinskarten oder ÖK Karten, für
Italien Tabacco Karten. Im Flachland reichen Karten der Firmen
Kompass und Freytag & Berndt aus. Für die Bergetappen
raten wir davon ab, weil diese zu ungenau und detailarm sind.
Ein
GPS Gerät ersetzt keine Wanderkarte. Es ist aber sehr nützlich,
um in manchen Situationen, bei Schlechtwettereinbruch, bei
Nacht, usw. die Orientierung nicht zu verlieren. Bedenke jedoch,
dass auch ein GPS Gerät selten genauer als 10 - 15 m ortet
und den Pfad nie ganz exakt anzeigt. Wenn Du in dichten Nebel
oder Schneefall gerätst, richte Dich nicht blind nach dem
GPS Track! Konzentriere Dich primär darauf, so gut es geht,
dem sichtbaren Weg zu folgen. Das GPS wird Dir helfen nicht "verloren"
zu gehen, doch vom Weg abzulassen und im "Blindflug"
zu gehen, kann bei schlechten Verhältnissen im hochalpinen
Gelände höchste Gefahr bedeuten. |
|
|
|
|
Wie
bereite ich mich richtig vor?
Sportliche,
gut trainierte und gesunde Personen mit Bergerfahrung bedürfen
keiner weiteren Vorbereitung. Testhalber solltest Du aber mit
vollem Gepäck 2-3 Tagestouren absolvieren. Wer ohnehin viel
wandert, kann auch darauf verzichten und einfach los marschieren.
Schlechte
Kondition ist kein Grund, das Unternehmen München-Venedig
nicht anzugehen! Es gibt viele Möglichkeiten, im Vorfeld
Kondition aufzubauen. Wer in Bergnähe wohnt, kann über
einen längeren Zeitraum sich langsam steigernde und immer
schwierigere Touren gehen und befindet sich so relativ schnell
in einem guten körperlichen Zustand. Wer weit entfernt von
den Bergen lebt, für den bietet sich ein Fitnessstudio oder
Lauftraining an. Im Studio würden wir empfehlen, einige Trainerstunden
zu nehmen, der Trainer stellt ein effektives Training zusammen
und bald steht München-Venedig nichts mehr im Wege.
Stark
übergewichtige Personen oder solche mit chronischen Erkrankungen
(Herz, Atemwege, Asthma, etc.) oder ältere Menschen sollten
einen Arzt aufsuchen, sofern sie Befürchtungen haben, ob
sie die Anstrengung gut aushalten.
Wenn
es Dir absolut an Bergerfahrung mangelt, bieten Alpenvereine oder
Naturfreunde Kurse oder mehrtägige Wanderungen an, bei denen
Du Erfahrung sammeln kannst. Natürlich kannst Du Dich auch
einem Bergführer anvertrauen und Dich mit ihm spezifisch
vorbereiten.
Last
but not least: Der letzte Erste Hilfe Kurs sollte nicht länger
als fünf Jahre her sein ...
|
|
|
|
Welche
Ausrüstung brauche ich?
Für ausführliche
Informationen was Du alles für Die Tour brauchst und was nicht,
wirf einen Blick auf unsere Ausrüstungsseite
|
|
|
|
Kann
ich die Tour auch mit dem Zelt machen?
Mit dem Zelt in den Bergen unterwegs
sein, bedeutet am Rande der Legalität zu handeln, denn das
Zelten im Gebirge ist großteils verboten. Dies steht im
Gegensatz zum ungeplanten alpinen Notbiwak. Ein
Notbiwak ist überall erlaubt. Ein geplantes Biwak wird außerhalb
von Schutzgebieten manchmal geduldet, obwohl es verboten ist.
Definition
- Biwakieren:
Übernachten für eine Nacht ohne Zelt unter freiem Himmel.
Beim Biwakieren wird meist ein Biwaksack
(leichter wasserfester Schutzsack in Körpergröße)
verwendet. Moderne Biwaksäcke sind ultraleichten Zelten teilweise
sehr ähnlich.
Definition - Zelten:
Unter Zelten wird normalerweise das Übernachten mit einem
Leichtzelt (ca. 0,8-3 kg) verstanden. Ein Leichtzelt lässt
sich in der Regel einfach im Rucksack transportieren und kann
problemlos auf jede Wanderung mitgenommen werden. Da moderne Zelte
heute aus ultraleichten Materialien hergestellt werden, verschwimmt
die Grenze zwischen Zelten und Biwakieren allmählich.
Da
die Rechtslage in Bayern, Tirol und Italien sehr unterschiedlich
ist und die Gesetze zudem oft verschieden ausgelegt werden, hier
einige Links und Downloads zu rechtsrelevanten Informationen:
Information des OEAV zum Zelten und Biwakieren
in Österreichs Bergen –
eine Übersicht rechtlicher Rahmenbedingungen
PDF
Download [348KB] 
Information
des DAV zum Campieren / Biwakieren in den Alpen
PDF
Download [40KB] 
Information
des Bayerischern Staatsministeriums für Umwelt und
Gesundheit
In
jedem Fall ist rücksichtsvolles Verhalten Pflicht!
- Kein
Feuer machen.
- Die
Lebensgrundlagen für Pflanzen und Tiere schonen.
- Lärm
vermeiden, besonders in der Dämmerung, wenn die Wildtiere
aktiv und störanfällig sind.
-
Toilette min. 50 m von Gewässern entfernt verrichten. Exkremente
vergraben.
- Keine
Abfälle zurücklassen.
- Biwak
erst in der Abenddämmerung einrichten und in der Morgendämmerung
bereits wieder verlassen.
Das
Biwakieren bzw. Zelten stellt eine nicht zu unterschätzende
zusätzliche Herausforderung dar. Neben der Biwakausrüstung
muss mehr Wasser und Verpflegung mitgenommen werden. Wer sich
nicht kaputtschleppen will, muss wissen, wie er mit Hunger zurechtkommt.
Die Biwakplatzsuche ist oft, am Ende eines langen anstrengenden
Tages, sehr mühsam. Das Waschen stellt meistens ein Problem
dar. Gewitter und Wetterkapriolen können sehr unangenehm
werden. Wenn Du im Gebirge im Freien übernachten willst,
brauchst Du gutes Equipment und ausreichend Erfahrung mit Wetter
und Kälte. Minusgrade in der Nacht sind auch im Sommer nicht
abnormal. Ein biwaktauglicher Schlafsack muss auch im Hochsommer
einen Komfortbereich von mind. -5 Grad gewährleisten. Wenn
Du nicht im Zelt schläfst, brauchst Du einen Biwaksack, um
vor Nässe, Wind und Kälte geschützt zu sein. Der
Biwaksack sollte möglichst dampfdurchlässig sein, um
die Kondenswasserbildung zu reduzieren, sonst verklumpt der Schlafsack
nach kurzer Zeit und verliert massiv an Wärmeleistung. |
|
|
|
| Was
muss ich über das Wetter wissen?
Es
ist allgemein bekannt, dass das Wetter im Gebirge sehr schnell
umschlagen oder Nebel aufziehen kann. Innerhalb eines Wandertages
kannst Du in den Bergen praktisch alle Wetterkapriolen kennenlernen,
die der Wettergott zu bieten hat. Brütende Hitze, kalter
Wind, spektakuläre Gewitter mit heftigen Sturmböen,
Starkregen und Hagel sowie dichter Nebel oder Schneegestöber,
das alles kann Dich theoretisch innerhalb weniger Stunden überraschen.
Das
muß kein Problem sein, sofern Du die richtige Kleidung dabei
hast. Wer je im Gebirge in schweres Wetter geraten ist, wird kaum
mehr ohne Wetterschutz aufbrechen, und das zurecht.
Regen
und Kälte:
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wirst Du auf
der Traumpfad Wanderung auch einmal die Berge von ihrer nassen
Seite kennenlernen. Wenn Du entsprechend ausgerüstet bist,
macht das auch nicht viel, im Gegenteil. Es hat sogar einen gewissen
Reiz, die Naturgewalten hautnah zu fühlen. Doch unterschätzen
darf man das Bergwetter nicht. Selbst an heiteren Tagen, kann
auf 2000 m die Temperatur in kurzer Zeit von "wohlig-T-Shirt-warm"
auf "frostig-Jacken-Mützen-frisch" umschlagen.
Eine größere Wolke am Himmel, etwas Wind dazu und schon
wird es ungemütlich, umso grimmiger noch, wenn man an einem
ohnehin schon wolkig kühlen Tag in Regen gerät.
Wenn
Du Regenjacke, Regenhose, Mütze, Handschuhe, einen Biwaksack
und eine Alu Rettungsdecke im Rucksack hast, kann es durchaus
auch reizvoll sein, bei schlechteren Wetterbedingungen zu wandern.
Vorausgesetzt natürlich - Du beherrscht den Umgang mit Karte,
Kompass und Höhenmeter und traust Dir zu, auch im Nebel Deinen
Weg zu finden. Nebel ist ein häufiger Begleiter bei trübem
Bergwetter, in null Komma nichts kann er Dich einhüllen und
ebenso schnell kann er wieder verschwunden sein.
Wenn
allerdings Dauerregen angesagt ist, macht Wandern wenig Spaß.
Unter Umständen kann es bei intensiverem Regen sogar ziemlich
gefährlich werden, nämlich dann, wenn durch das viele
Wasser der Boden aufweicht, Hänge abrutschen oder Bäche
so groß und reißend werden, dass ein Passieren nur
unter hohem Risiko möglich ist. In dem Fall ist ein Hüttentag
weitaus angenehmer.
Kaltfront:
Stahlblauer Himmel, keine Wolke weit und breit, aber der Wetterbericht
spricht von einer Kaltfront und einem kommenden Wettersturz. Wo
soll denn da ein Wetter herkommen? Ein Klassiker, von dem man
sich nicht täuschen lassen sollte. Die Ankunft einer stärkeren
Kaltfront wird nicht selten durch besonders klare Luft angekündigt.
Wenn dazu noch recht starker, kühler Wind bläst, dürfte
die Front schon sehr bald eintreffen. Beim Frontdurchzug sinkt
die Temperatur um mehrere Grade. Nicht selten liegt nach ihrem
Vorüberziehen dort Schnee, wo Du am Vortag einen sonnig warmen
Bergsommer genossen hast.
Im Fall einer eintreffenden Kaltfront gilt: Nur kurze Etappen
antreten, wo Du jederzeit absteigen kannst oder einen Hüttentag
einlegen, denn wenn Du im Gebirge eingeschneit wirst, hört
der Spaß im allgemeinen auf.
Gewitter:
Eine beträchtliche Gefahr geht im Hochsommer von Gewittern
aus. Dennoch ist die Chance, von einem Blitz getroffen zu werden,
auch im Gebirge extrem niedrig. Trotzdem sollte man Gewittern
ausweichen, denn ein Blitzschlag endet meist tödlich. Hole
bei jeder Gelegenheit den aktuellen Wetterbericht ein und beobachte
die Wolken, das ist für die Tourenplanung unverzichtbar.
Wenn
ein Gewitter
aufzieht: Grate verlassen, runter vom Gipfel, weg vom Gipfelkreuz.
Wenn Du gerade auf einem Klettersteig unterwegs bist, versuche
diesen im rechten Winkel zu verlassen und von allen Metallteilen
Abstand zu gewinnen. Höhlen bieten nur Schutz, wenn sie trocken
und groß sind. Wenn Du exponierte Stellen nicht verlassen
kannst, hocke Dich auf eine isolierende Unterlage, zieh die Beine
an und ziehe wenn möglich den Biwaksack über Dich, um
das Wetter zu überstehen. Der gelernte Umgang mit Landkarte,
Kompass und Höhenmesser wichtig, um in solchen Situationen
auf der sicheren Seite zu bleiben.
Hitze:
Eine andere Gefahr birgt die Hitze. Hast Du gewusst, dass der
häufigste Einsatzgrund der österreichischen Bergrettungen
im Sommer die Bergung von Wanderern mit Herz-Kreislauf-Störungen
ist? An heißen Tagen verliert unser Körper bei hoher
Aktivität sehr viel Wasser und Salz durch das Schwitzen.
Es besteht die Gefahr des Austrocknens des Körpers (Dehydratation).
Trinke an heißen Tagen mehr, als Du für nötig
hältst.
Im
einfachsten Fall bewirkt Wasserverlust ein vermehrtes Müdigkeitsgefühl
und Leistungsabfall, eventuell erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität.
Im schlimmeren
Fall kann es zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen, begleitet von
Kopfschmerz, Übelkeit, Gleichgewichtsproblemen und teilweise
auch unkonzentriertem, torkelndem Gehen, was zusätzlich die
Gefahr eines Absturzes birgt. Im Extremfall kann Dehydratation
zur totalen Erschöpfung und zu einem Hitzeschlag führen.
Vermehrt betroffen von den Auswirkungen der Hitze sind Kinder
und ältere oder bereits geschwächte Personen. Tipp:
Brich an heißen Tagen möglichst früh auf und nütze
die kühle Morgenstunden, um besonders anstrengende Etappen
anzugehen. |
|
|
|
Was
ist im Notfall zu tun?
Die Gründe,
warum man in Bergnot geraten kann, sind vielfältig, z.B.
falsche Einschätzung der eigenen Kräfte, Unkenntnis
der Gegend, schlechte Ausrüstung, Verletzungen, Wetterumsturz,
etc. Dabei ist es nebensächlich, ob man selbst verschuldet
oder nicht selbst verschuldet in eine solche Situation kommst.
Wenn Du in Bergnot gerätst, ist das wichtigste,
nicht in Panik zu geraten. Am München Venedig Wanderweg bist
in einem Gebiet mit effizienten Bergrettungsdiensten und guter
Infrastruktur für Alpine Notfälle. Es gibt in praktisch
jedem Talort höchst erfahrene Bergretter. Die Rettungsdienste
in Bayern, Tirol, Südtirol und im Veneto verfügen jeweils
über zahlreiche Rettungs-Hubschrauber, die in kurzer Zeit
zu Hilfe kommen können. Die Chancen für Deine Rettung
könnten in kaum einem Gebiet der Alpen besser sein.
Wenn Du in Bergnot
gerätst, überlege Dir zuerst, was tu tun musst, um
die Situation so lange zu überstehen, bis Rettung eintrifft.
Handle rationell und in Einzelschritten. Erledige Schritt für
Schritt, einen nach dem anderen, um die Situation zu entschärfen
und den Rettungsprozess in Gang zu bringen.
Wenn Du aus Wettergründen
fest steckst, Nebel, Schneefall, Nacht, ... versuche Dich den
Umwelteinflüssen so weit als möglich zu entziehen,
Biwaksack, Unterschlupf, Kleidung und gib
das alpine Notsignal
ab. (siehe weiter unten)
Wenn Verletzte
in den Notfall involviert sind, gilt es als erstes, erste Hilfe
zu leisten. Unbedingt wichtig ist aber, dass Du Dich dabei nicht
selbst in Gefahr bringst, das hilft dem Verletzen nicht weiter
und die Einsatzkräfte haben unter Umständen ein weiteres
Opfer zu versorgen. Wenn der Verletzte weitgehend versorgt ist,
informiere die Rettungskräfte und organisiere die Bergung.
Wenn Du
ein Handy und Empfang hast:
Die wichtigsten Telefonnummern für den Alpinen Notruf:
Österreich 140 - Italien 118 - Bayern 112 - universeller
Europanotruf 112
Tipp: Das Handy während der Wanderung immer ausschalten,
da das Gerät ansonsten ständig versucht, eine Verbindung
zu finden und den Akku unnütz verbraucht.
Zuerst immer die länderspezifischen Notrufnummern versuchen,
da die Abwicklung schneller funktioniert. Kommt
eine Verbindung zur Notrufzentrale zustande, gibt es ein Schema,
nachdem vorgegangen wird. Der Retter fragt das sogenannte W-Schema
ab:
-
Wer
meldet den Unfall?
Wichtig ist auch, die Telefonnummer anzugeben, da die Retter
dann Kontakt aufnehmen können.
-
Wo
genau ist der Unfall passiert?
Du solltest immer in etwa wissen, wo Du Dich befindest. D.h.:
Wichtige Wegpunkte merken und immer eine detaillierte Wanderkarte
dabei haben, mit der Du den Ort richtig bestimmen kannst.
-
Was
genau ist passiert?
Beschreibe die Art des Notfalles. Ist jemand verletzt, welche
Verletzung, sitzt Du im Nebel fest, usw.
-
Wie
viele Personen brauchen Hilfe?
Die Anzahl der Verletzten und Hilfsbedürftigen ist wichtig
für die Einsatzplanung.
-
Wann
ist der Unfall, die Notlage passiert?
Uhrzeit reicht aus.
-
Wetter
und Zugangsmöglichkeit?
Wenn der Ort des Unfalles etwas weiter von der jeweiligen
Rettungsdienststelle liegt, ist eine kurze Information über
das Wetter wichtig, weil dann entschieden werden kann, ob
ein Hubschrauber eingesetzt werden kann. Ansonsten ist es
hilfreich für die Retter zu wissen, ob ein Auto zufahren
kann oder der Verletzte nur zu Fuß erreichbar ist.
Niemals selbsttätig
auflegen, das Telefongespräch wird ausschließlich
vom Rettungsdienst beendet, er könnte noch Fragen haben!
Auch danach das Handy keinesfalls ausschalten, Du musst unbedingt
erreichbar bleiben. So können vom Arzt erste Hilfe und
Tipps gegeben werden, der genaue Standort nachgefragt und viele
weitere hilfreiche Dinge geklärt werden. Außerdem
ist es möglich, ein eingeschaltetes Handy zu orten!
Wenn Du
ein Handy, aber keinen Empfang hast:
Schalte das Handy aus. Wenn Du ein Smartphone besitzt,
fahre es komplett herunter. Dann schalte es wieder ein und gib
anstatt des PIN Codes die europäische Notrufnummer 112
ein. Damit greift das Handy auf alle vorhandenen Handynetze
zu, unabhängig vom jeweiligen persönlichen Netzanbieter.
Verfahre weiter wie oben beschrieben.
Wenn du immer
noch keinen Empfang hast, steige auf, da oft gerade im Gipfelbereich,
auf Jöchern und Übergängen besserer Empfang herrscht.
Wenn es
nicht ist möglich ist, per Handy Hilfe zu holen:
Falls der Verletzte stabil und gut versorgt ist und Du ihn alleine
lassen kannst, lauf zur nächsten Alpinunfallmeldestelle
(Hütte, Seilbahn, ...) und melde einen Notfall.
Wenn
Du den Verletzten nicht alleine lassen kannst, gib das Alpine
Notsignal ab:
-
6
mal pro Minute, also alle 10 Sekunden, ein Zeichen (Rufen,
Pfeifen, Lichtsignal, ..)
-
1
Minute Pause
-
Wiederholen
-
Wird
das Signal wahrgenommen, so lautet die Antwort:
-
3
Mal pro Minute, also alle 20 Sekunden, ein Zeichen
Gerätst Du
in Bergnot, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Dunkelheit
hereinbricht, deshalb sollte immer eine Taschenlampe mit dabei
sein, um damit ein optisches Notsignal geben zu können.
Wenn Du
nicht selbst in Not gerätst, sondern zu einem Notfall hinzukommst,
handle ebenso nach obigem Schema. Abgesehen davon,
dass Du das sicherlich ohnehin als Selbstverständlichkeit
ansiehst, bist Du auch verpflichtet zu helfen. Gesetzestexte
sind zwar von Land zu Land leicht unterschiedlich, aber wer
bei Unglücksfällen oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl
dies erforderlich und zumutbar ist, insbesondere ohne sich selbst
erheblicher Gefahr auszusetzen, kann dafür hoch bestraft
werden.
Die Kosten einer
Bergung:
Die Kosten sind nicht unerheblich, daher empfehlen wir dringend
eine Mitgliedschaft beim einem Alpenverein. Die Vorteile liegen
auf der Hand, da die Alpenvereine unter anderem für genau
solche Fälle guten Versicherungsschutz anbieten.
|
|
|
|
|
Bin
ich ausreichend versichert?
Prinzipiell
sollte sich jeder, der im Gebirge Sport ausübt, gut überlegen,
welche Versicherungen Sinn machen. Obwohl die Meinung weit verbreitet
ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung ausreichend ist,
deckt sie im allgemeinen die Bedürfnisse eines Bergwanderers,
vor allem im Ausland, nicht ab. Alpenvereinsmitglieder sind in
fast allen Fällen ausreichend versichert. Nicht-Mitglieder
sollten über andere Versicherungen, wie Auslandsreise Krankenversicherung,
Privathaftpflicht und Rechtsschutz nachdenken.
Versicherung
über die Mitgliedschaft beim Alpenverein:
Die Mitgliedschaft bei einem Alpenverein ist versicherungstechnisch
unbedingt zu empfehlen, da wichtiger zusätzlicher Versicherungsschutz
gewährleistet wird. Alleine eine Hubschrauberbergung kann
um die 3.000 Euro kosten, umso beruhigender ist es, zu wissen,
dass die Versicherung des Alpenvereines Such-, Bergungs- und Rettungskosten
bis zu 25.000 Euro übernimmt. Wichtig: Der Alpenverein versichert
ausschließlich Fälle, die sich im Rahmen der Ausübung
einer Alpinsportart ereignet haben!
Beim Österreichischen Alpenverein werden z.B. die Rückholkosten
aus dem Ausland ohne Summenobergrenze übernommen. Außerdem
ist eine Sporthaftpflichtversicherung inkludiert. Die brauchst
Du, wenn Du dafür verantwortlich bist, dass ein anderer zu
Schaden kommt. Das können Kleinigkeiten sein, wie die Beschädigung
fremder Gegenstände, oder schlimmeres, wie ein von Dir verursachter
Unfall, für den Du sonst die Kosten tragen musst. Stell Dir
nur vor, Du trittst einen Stein los, der einen anderen Wanderer
am Kopf trifft - das kann durchaus weitreichende Folgen haben.
Wenn
Du nicht beim AV bist, empfehlen wir zusätzliche Versicherungen:
-
Auslandsreise
Krankenversicherung:
Diese erstatten in der Regel die gesamte Behandlungskosten
auch wenn sie die üblichen Sätze im Heimatland übersteigen.
Wenn Du von einem Privatarzt oder einer Privatklinik im Ausland
behandelt wirst, können schnell hohe Kosten auf Dich
zukommen, die aber bei Auslands Krankenversicherungen zu Gänze
gedeckt sind. Außerdem hast Du den Vorteil, dass die
Kosten medizinisch notwendiger Krankenrücktransporte
übernommen werden. In dem Fall unbedingt vorher Kontakt
zur jeweiligen Versicherung aufnehmen, die klärt dann
mit dem Arzt vor Ort ab, ob ein Transport notwendig und durchführbar
ist. Handelst Du auf eigene Faust, bleibst Du mit großer
Wahrscheinlichkeit auf den Kosten sitzen.
- Private
Haftpflicht:
Sie greift für den Fall, dass jemand durch Dich zu Schaden
kommt und Du für die Folgekosten aufkommen musst.
- Rechtsschutzversicherung:
Diese benötigst Du, falls Du Ansprüche gegenüber
anderen geltend machen möchtest, das kann Schmerzensgeld
sein, im Ausland aber auch evtl. anfallende Gerichts- und
Anwaltskosten oder einfach auch nur der Ersatz von kaputten
Ausrüstungsgegenständen und dergleich
|
|
|
|
| Soll
ich der klassischen Route folgen?
Das ist Geschmackssache.
Die klassische Route, die Ludwig Graßler 1974 etabliert
hat, bietet einen hohen Erlebniswert. Wenn Du noch wenig in den
Bergen Tirols, Südtirols und im Veneto gewandert bist und
die meisten Gebirgsgruppen noch nicht kennst, kannst Du getrost
1:1 der Graßler Route folgen. Wenn Du jedoch schon einige
Zentralalpen- bzw. Dolomitenwanderungen hinter sich hast, solltest
die Route eventuell variieren, um neue Regionen kennenzulernen
und zu erwandern. Eine gute Kombinationsmöglichkeit ergibt
sich z.B. mit dem Dolomitenhöhenweg Nr1, der als der schönste
aller Dolomitenwege gilt. |
|
|
|
Was
kostet mich die Tour?
Die
Kosten der Tour hängen nicht zuletzt vom Komfortbedürfnis
ab. Je bequemer und gemütlicher, desto teurer. Wer vorwiegend
im Biwaksack schläft, sich selbst versorgt und keine Transportmittel
oder Bergbahnen benützt, der wird am Tag selten mehr als
15 Euro benötigen. Alle anderen müssen tiefer in die
Tasche greifen.
Jedenfalls
ist eine Mitgliedschaft beim Alpenverein sinnvoll. Nicht nur,
weil Du dadurch gut versichert bist, sondern auch, weil Du deutliche
Ermäßigungen auf Übernachtung und Abendessen bekommst.
Die Höhe des Nächtigungstarifs auf Alpenvereinshütten
hängt davon ab, ob Du Mitglied beim Alpenverein bist, da
Alpenvereinsmitglieder bis zu 50% Ermäßigung auf die
Übernachtung bekommen. Als Mitglied kannst Du im Schnitt
10 Euro für die Übernachtung im Lager und 14 Euro für
die Übernachtung im Zimmerlager rechnen, als Nicht-Mitglied
entsprechend mehr.
Außerdem
gibt es für AV Mitglieder das sogenannte "Bergsteigeressen",
es darf nicht mehr als 7 Euro kosten und sollte mindestens 500
gr haben. Das Frühstück auf AV Hütten kostet im
Schnitt um die 7 Euro, allerdings bekommt man dafür meist
nicht mehr als 3 Scheiben Brot, Butter, Marmelade und Kaffee oder
Tee. Da das Preis-Leistungs-Verhältnis hier oft nicht stimmt,
versorgen sich viele Wanderer gerade am Morgen selbst.
Auf
den Tagesetappen gibt es teilweise Einkehrmöglichkeiten,
teilweise nicht. Wenn Du eine Jause mit dabei hast, bist Du natürlich
deutlich günstiger unterwegs, als wenn Du Dir Mittags ein
Essen gönnst.
Nicht zu unterschätzen sind die Getränkepreise. Wer
den ganzen Tag gewandert ist und geschwitzt hat, braucht viel
zu trinken. Trinkwasser erhält man auf praktisch allen Hütten
gratis, Säfte und alkoholische Getränke sind aber relativ
teuer. Alles zusammen wirst Du also mit 30 - 50 Euro am Tag für
Unterkunft und Verpflegung in den Bergen auskommen.
Im
Tal wird es erfahrungsgemäß etwas teurer, das Zimmer
kostet mehr und oft möchte man sich dann vielleicht ein bisschen
verwöhnen, gut Essen und auch mal ein Gläschen Wein
trinken. Für Unterkunft und Verpflegung im Tal würden
wir 50 - 70 Euro am Tag veranschlagen.
Richtwert
Nächtigungs- und Verpflegungskosten: (pro
Person)
Gehen wir davon aus, dass Du 29 Tage unterwegs bist, 23 mal am
Berg und 6 mal im Tal übernachtest - im Schnitt wirst Du
dann ca. 1.300,- Euro für Übernachtung und Verpflegung
rechnen müssen. Die meisten Wanderer werden jedoch den einen
oder anderen Pausetag einlegen. Wir denken mit 1.500 Euro
bist Du gut versorgt.
Zu den Kosten kommen gegebenen Falls noch Transport und Bergbahnen.
Wer lieber auf lange Hatscher in der Ebene verzichtet, kann Bus
oder Bahn nützen - je nachdem, wie oft, kann auch das schnell
recht teuer werden. Wer das eine oder andere Mal Bergbahnen benützen
möchte, sollte auch mit höheren Kosten rechnen, da eine
Einzelfahrt leicht 10 Euro kosten kann.
Richtwert
Gesamtkosten: (pro Person)
Bei realistischen 33 Tagen mit durchschnittlichem Übernachtungskomfort,
teilweise Mittags Selbstversorgung und manchmal Abends auch ein
Gläschen Wein, zwischendurch eine Bergbahn sowie die Zugfahrt
von Venedig zurück nach München (ca. 120 Euro), solltest
Du ein Budget von knapp 2.000 Euro veranschlagen.
|
|
|
|
Soll
ich Bargeld oder Kreditkarten mitnehmen?
Auf den Hütten solltest Du immer genügend
Bargeld mitnehmen, weil Kredit- oder Geldkarten kaum akzeptiert
werden. Im Tal kannst Du Dich bei Geldautomaten immer wieder mir
Bargeld eindecken. Achtung: im Ausland am besten immer mit der
EC-Geldkarte vom Geldautomaten abheben, da bei der Kreditkarte
erheblich höhere Kosten anfallen. Um im Tal zu bezahlen,
ist eine Kreditkarte hilfreich, muss aber nicht sein. |
|
|
|